Google Search Console und Bing Webmaster Tools

Grafik zu Google Search Controle vs Bing Webmaster tools

Viele Website-Betreiber verlassen sich beim SEO-Tracking nur auf Google Search Console und vergessen dabei die Bing Webmaster Tools. Angesichts von Googles dominierendem Marktanteil ist das nachvollziehbar – doch wer seine Reichweite langfristig ausbauen und stabile Rankings sichern möchte, sollte auch andere Suchmaschinen nicht vernachlässigen.

Bing spielt dabei eine wichtige Rolle: Die Suchmaschine von Microsoft versorgt nicht nur eigene Nutzer, sondern auch Yahoo und weitere Partnernetzwerke. Wer hier indexiert ist, erreicht automatisch mehr potenzielle Besucher. Google Search Console und die Bing Webmaster Tools sind deshalb zusammen unverzichtbar, wenn du deine Website optimal sichtbar machen willst. Beide zeigen dir, wie Suchmaschinen deine Seiten crawlen, indexieren und darstellen. Trotz vieler Überschneidungen gibt es Unterschiede, die du für deine SEO-Strategie kennen solltest.

Inhaltsverzeichnis

Was die Google Search Console bietet

Google Search Controle Logo

Die Google Search Console (GSC) ist das Standardwerkzeug, wenn es um deine Sichtbarkeit bei Google geht. Sie liefert dir alle Daten und Hinweise, damit du deine Website technisch sauber hältst und für relevante Suchbegriffe besser rankst.

Kernfunktionen der Google Search Console

  • Indexierungsübersicht: Du siehst, welche Seiten Google indexiert hat und wo Probleme auftreten. Die GSC meldet dir zum Beispiel Fehler wie „404 Not Found“, Weiterleitungsschleifen oder blockierte Ressourcen.
  • Suchanfragen und Performance: Unter „Leistung“ findest du Impressionen, Klicks und durchschnittliche Positionen deiner Seiten in den Google-Suchergebnissen. Du kannst genau sehen, über welche Suchbegriffe Nutzer dich finden.
  • Sitemaps einreichen: Mit der GSC kannst du XML-Sitemaps hochladen, damit Google deine Inhalte schneller und umfassender crawlt.
  • Core Web Vitals und mobile Nutzbarkeit: Die GSC prüft deine Seiten auf Ladezeit, Stabilität und mobile Benutzerfreundlichkeit – alles Faktoren, die direkt ins Ranking einfließen.
  • Sicherheitsprobleme und manuelle Maßnahmen: Falls Google Malware findet oder deine Seite gegen Richtlinien verstößt, informiert dich die GSC zuerst.

Vorteile durch Verknüpfungen mit anderen Google-Tools

Ein großer Pluspunkt ist die enge Verbindung mit anderen Google-Diensten:

  • Google Analytics: Du kannst GSC-Daten in Analytics integrieren und Suchbegriffe, Klicks und Impressionen dort detailliert auswerten.
  • Google Ads: Die über die GSC gewonnenen Suchbegriffe helfen dir, Kampagnen präziser auszurichten.
  • PageSpeed Insights & Mobile-Friendly Test: Viele Ergebnisse aus der GSC lassen sich direkt in weitere Google-Tools übernehmen.

So hast du von der Suchanfrage bis zur Conversion alles im Blick und kannst organische sowie bezahlte Strategien optimal aufeinander abstimmen.

Was die Bing Webmaster Tools leisten

Logo von Bin Webmaster Tools

Die Bing Webmaster Tools (BWT) sind das Pendant von Microsoft und mindestens genauso wichtig, wenn du zusätzliche Reichweite über Bing und Yahoo aufbauen möchtest. Viele unterschätzen Bing noch immer, dabei sichern dir gute Rankings dort Sichtbarkeit in mehreren Suchnetzwerken gleichzeitig – oft mit geringem Aufwand.

Funktionen der Bing Webmaster Tools

  • Indexierungsberichte: Du siehst, wie viele deiner Seiten Bing indexiert hat und wo es Fehler oder blockierte Inhalte gibt.
  • Suchanfragen und Keywords: Auch Bing zeigt dir, über welche Suchbegriffe Nutzer deine Seite finden, wie oft sie angezeigt wird und wie viele Klicks daraus entstehen.
  • SEO-Analysen und Empfehlungen: Bing crawlt deine Seite und liefert dir konkrete Hinweise, wo du Title-Tags, Meta-Descriptions oder interne Links verbessern kannst.
  • Backlink-Analyse: Anders als Google bietet Bing direkt in den Webmaster Tools ein Backlink-Tool. Dort kannst du nachvollziehen, welche anderen Websites auf dich verlinken.

Einfacher Einstieg durch Google-Verknüpfung

Besonders praktisch: Du kannst dein Bing Webmaster Konto direkt mit deiner Google Search Console verbinden. Bing importiert dann automatisch deine Properties und vorhandenen Verifizierungen. Das spart viel Zeit, weil du Sitemaps oder HTML-Auth-Codes nicht noch einmal hochladen musst. Gerade für Agenturen oder Betreiber mehrerer Websites ist das ein echter Effizienzgewinn.

Die Unterschiede zwischen Google Search Console und Bing Webmaster Tools

Auch wenn Google Search Console und Bing Webmaster Tools auf den ersten Blick ähnliche Funktionen bieten, unterscheiden sie sich in einigen Punkten deutlich. Diese Unterschiede solltest du kennen, um das volle Potenzial beider Tools für deine SEO-Strategie zu nutzen.

Unterschiedliche Datenbasis und Marktanteile

Google ist mit einem Marktanteil von rund 90 % in Europa der klare Platzhirsch. Die Daten aus der Google Search Console zeigen dir deshalb, was der Großteil der Nutzer sucht und klickt. Bing liegt je nach Land zwischen 5 und 8 %, bedient aber nicht nur die eigene Suche, sondern auch Yahoo und zahlreiche kleinere Partnernetzwerke.

Das bedeutet: Wer seine Seiten über Bing indexiert, erscheint automatisch in mehreren Suchsystemen. Selbst wenn die Anteile kleiner sind, kann das bei gut besuchten Websites mehrere tausend Besucher im Monat ausmachen, die du sonst komplett verschenkst.

Indexierungsberichte im Vergleich

Die Google Search Console aktualisiert Indexierungsdaten oft täglich. Du siehst genau, welche Seiten im Index sind, wo Fehler auftreten und ob z. B. Weiterleitungen oder robots.txt-Dateien Crawling blockieren.

Bing liefert ähnliche Indexierungsberichte, zeigt dabei aber manchmal andere Details. So weist Bing öfter auf Probleme mit URL-Parametern hin oder meldet unterschiedliche Statuscodes schneller. Außerdem geht Bing oft direkter auf Sitemap-Fehler ein.

Für dich heißt das: Beide Tools ergänzen sich. Wer nur Google nutzt, übersieht potenziell Fehler, die Bing bemerkt – und umgekehrt.

Keywords und Suchanfragen: andere Nutzer, andere Begriffe

Die Suchanfragen in der Google Search Console stammen aus einem riesigen Datensatz. Viele Begriffe decken sich mit typischen Keyword-Tools wie Ahrefs oder Semrush. Du siehst, über welche Keywords deine Seiten Impressionen und Klicks erzielen und kannst daraus gezielt Content-Optimierungen ableiten.

In Bing ist die Situation oft etwas anders. Aufgrund der etwas anderen Nutzerstruktur und Suchtechnologien tauchen dort manchmal Keywords auf, die du in Google gar nicht findest. Gerade bei älterem Publikum, B2B-Themen oder in Nischen liefert Bing wertvolle Hinweise auf Suchbegriffe, die du sonst vielleicht komplett verpasst.

Diese Unterschiede in den Keyword-Reports sind ein guter Grund, beide Tools immer parallel zu nutzen.

SEO-Tools und Diagnosen im Detail

Die Google Search Console legt großen Wert auf Core Web Vitals, mobile Nutzerfreundlichkeit und strukturierte Daten. Du bekommst sehr präzise Hinweise, wenn z. B. Inhalte zu langsam laden oder Elemente beim Scrollen springen.

Die Bing Webmaster Tools bieten dafür andere Stärken. Sie geben oft konkrete On-Page-SEO Tipps, etwa zu Title- und Description-Längen, fehlenden Alt-Attributen oder mehrfach verwendeten H1-Tags. Außerdem kannst du in Bing direkt einzelne URLs crawlen oder aus dem Index entfernen lassen, was Google so nicht anbietet.

So erhältst du zwei Perspektiven auf deine Website: Bei Google liegt der Fokus stärker auf Performance und Struktur, bei Bing mehr auf klassischen On-Page-Elementen.

Ein wichtiger Vorteil der Bing Webmaster Tools ist die eingebaute Backlink-Analyse. Du siehst dort sofort, welche Domains und Seiten auf dich verlinken. Bei Google gibt es zwar auch einen Bereich für Links, dieser ist aber oft knapper gehalten und liefert weniger Details.

Gerade für kleinere Projekte ohne teure SEO-Tools kann Bing damit eine gute Alternative sein, um das eigene Backlinkprofil kostenlos zu prüfen.

Keine Integration mit Google Analytics

Ein Nachteil bei Bing: Es gibt keine direkte Verbindung zu Google Analytics. Die Google Search Console dagegen kannst du in Analytics integrieren und dort Suchbegriffe, Klicks und Positionen direkt in deinen Traffic-Reports analysieren.

Das heißt, bei Bing musst du Berichte getrennt ansehen. Das ist kein großes Problem, kostet aber ein wenig mehr Zeit.

Webmaster Tools vs Google Analytics: ein häufiger Irrtum

Immer wieder wird Bing Webmaster Tools fälschlicherweise mit Google Analytics gleichgesetzt, weil viele denken, beide Tools messen einfach den Traffic. Tatsächlich haben sie völlig unterschiedliche Schwerpunkte.

Google Analytics (oder auch andere Web-Analytics-Tools) analysiert das Verhalten der Besucher auf deiner Seite. Es misst Seitenaufrufe, Sitzungsdauer, Absprungraten und Conversions. Du siehst dort, wie sich Nutzer auf deiner Website bewegen.

Google Search Console und Bing Webmaster Tools zeigen dagegen, wie Suchmaschinen deine Seite wahrnehmen. Sie liefern Impressionen, Klicks, durchschnittliche Positionen und Crawling-Fehler. Beide Tools sind damit reine SEO-Tools, keine Web-Analytics-Systeme.

Wer also nur auf Analytics setzt, hat keinen Einblick, über welche Suchbegriffe Nutzer überhaupt auf die Seite kommen oder ob es Indexierungsprobleme gibt. Umgekehrt liefern die Webmaster Tools keine Infos, was Nutzer nach dem Klick auf deiner Seite tun. Deshalb ergänzen sich beide Ansätze perfekt.

Warum sich die Indexierung auf Bing lohnt

Viele Website-Betreiber konzentrieren sich nur auf Google und unterschätzen, welche Chancen Bing bietet. Dabei hat Bing einige Vorteile, die dir zusätzliche Reichweite bringen können.

Mehr Sichtbarkeit in Partnernetzwerken

Bing betreibt nicht nur die eigene Suchmaschine. Dahinter steckt das Microsoft Advertising Network, das auch Yahoo, AOL und andere Suchpartner versorgt. Wenn deine Seite bei Bing gut indexiert ist, erscheint sie automatisch auch dort. So erreichst du Zielgruppen, die über Google gar nicht auf dich aufmerksam würden.

Gerade in bestimmten Branchen wie Finanzen, B2B, Technik oder bei einer etwas älteren Zielgruppe ist Bing relevanter, weil viele Nutzer über Windows-Geräte und voreingestellte Edge- oder Internet-Explorer-Browser suchen. Auch Sprachsuchen über Cortana oder die Windows-Suche laufen über Bing.

Weniger Wettbewerb, dafür schnellere Ergebnisse

Der Konkurrenzdruck bei Bing ist deutlich geringer als bei Google. Das bedeutet: Selbst mittelmäßige Backlink-Profile oder kleinere Websites haben oft gute Chancen, auf den vorderen Plätzen zu landen.

Für neue Projekte kann das ein Turbo sein. Während du bei Google vielleicht Monate brauchst, um Rankings aufzubauen, kannst du bei Bing oft schon nach wenigen Wochen stabile Platzierungen sehen. Das bringt erste Besucher und gibt dir Daten, welche Inhalte überhaupt ankommen.

Bing mag klare Strukturen und einfache OnPage-SEO

Ein weiterer Punkt: Bing legt großen Wert auf klassische SEO-Signale. Seiten mit sauber strukturierten H1- und H2-Überschriften, klaren internen Links und Keyword-relevanten Titeln ranken hier oft noch stärker als bei Google, wo RankBrain und KI-basierte Systeme semantisch tiefer werten.

Das heißt, wenn du deine Seiten ohnehin technisch sauber aufsetzt, Title- und Meta-Descriptions pflegst und Alt-Texte nutzt, bist du bei Bing oft schon sehr gut aufgestellt.

So nutzt du beide Tools effizient parallel

Damit du den vollen Überblick hast, solltest du Google Search Console und Bing Webmaster Tools immer gleichzeitig einsetzen. Das ist kein Mehraufwand, sondern ergänzt sich ideal.

Indexierung und Fehlerberichte doppelt prüfen

Manche Indexierungsprobleme oder Crawling-Fehler zeigt dir nur eines der beiden Tools an. Google meldet oft Fehler bei strukturierten Daten und Core Web Vitals, Bing deckt dafür manchmal andere technische Stolpersteine auf, etwa bei URL-Parametern oder Canonical-Tags.

Prüfe regelmäßig beide Dashboards. So stellst du sicher, dass deine Seite in beiden Ökosystemen fehlerfrei erreichbar ist.

Keywords aus beiden Quellen nutzen

Ein großer Vorteil: Die Suchanfragen-Reports von Google und Bing liefern dir unterschiedliche Keywords die du für eine Keywordanalyse nutzen kannst. Dadurch entdeckst du Content-Ideen, die du nur mit einem Tool vielleicht gar nicht gefunden hättest.

Ziehe dir also regelmäßig die Suchbegriffe aus beiden Konten, kombiniere sie in einer Tabelle und prüfe, wo es Überschneidungen oder spannende Nischen gibt.

Bing hat ein integriertes Backlink-Tool, das dir zusätzliche Einblicke gibt, welche Seiten auf dich verlinken. Gerade für kleinere Websites, die kein Ahrefs oder Semrush nutzen, kann das extrem hilfreich sein.

Kombiniere die Link-Daten aus Bing und Google, um dein Linkprofil besser zu verstehen. So erkennst du nicht nur toxische Links, sondern auch, wo du potenziell mehr Outreach betreiben könntest.

Fazit: Google und Bing gemeinsam bringen dich weiter

Die meisten Websites richten sich fast ausschließlich auf Google aus. Damit verschenken sie Chancen. Bing ist kein Ersatz für Google, aber eine wichtige Ergänzung, die dir zusätzlichen Traffic, mehr Markenpräsenz und oft auch schnellere Erfolge bringt.

Wenn du beide Tools parallel nutzt, hast du zwei starke Datenquellen, die dir helfen, deine Website nachhaltig und breiter aufzustellen. Für moderne SEO-Strategien gehört es deshalb längst zum Standard, Google Search Console und Bing Webmaster Tools zusammen auszuwerten. Nur so erreichst du alle relevanten Nutzer – nicht nur die bei Google.


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